Von WordPress zu Gatsby: Warum wir auf eine statische Website umgestiegen sind

Unsere Website lief viele Jahre zuverlässig auf WordPress. Trotzdem haben wir sie jetzt komplett umgestellt – auf Gatsby, einen sogenannten Static Site Generator. In diesem Artikel erklären wir kurz, was das überhaupt ist und warum dieser Weg für sehr viele Websites der bessere ist.

Was ist ein Static Site Generator?

Ein klassisches Content-Management-System wie WordPress baut jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammen: Ein Webserver startet PHP, PHP fragt eine Datenbank ab, ein Theme rendert daraus HTML. Damit das funktioniert, laufen auf dem Server permanent ein Anwendungs-Stack und eine Datenbank – beides muss gepflegt, aktualisiert und abgesichert werden.

Ein Static Site Generator dreht das Prinzip um: Die komplette Website wird einmal im Voraus gebaut. Aus Inhalten (bei uns Markdown-Dateien), Templates und Bildern erzeugt Gatsby fertige HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien. Auf dem Server liegt am Ende nur noch ein Ordner mit statischen Dateien, den ein schlanker Webserver ausliefert. Keine Datenbank, kein PHP, kein Admin-Login.

Warum ist das sicherer?

Die Angriffsfläche einer Website besteht im Wesentlichen aus dem Code, der auf dem Server ausgeführt wird. Bei einem CMS ist das eine ganze Menge: der PHP-Interpreter, das CMS selbst, Themes, Plugins, die Datenbank und das Login-Backend. Genau deshalb sind veraltete WordPress-Installationen und verwundbare Plugins seit Jahren eines der häufigsten Einfallstore für kompromittierte Websites.

Bei einer statischen Website wird auf dem Server gar kein Anwendungscode ausgeführt. Es gibt:

  • kein Admin-Panel, das per Brute-Force angegriffen werden kann,
  • keine Plugins, die wöchentlich Sicherheitsupdates brauchen,
  • keine Datenbank, die per SQL-Injection ausgelesen werden könnte,
  • keine Kommentar- oder Upload-Funktionen, die missbraucht werden können.

Was nicht existiert, muss nicht abgesichert werden – und kann nicht gehackt werden.

Weniger Wartung, mehr Ruhe

Der zweite große Gewinn ist die Wartung. Ein CMS verlangt kontinuierliche Pflege: Core-Updates, Plugin-Updates, PHP-Versionswechsel, Kompatibilitätsprobleme nach Updates. Wer das vernachlässigt, betreibt nach wenigen Monaten ein Sicherheitsrisiko.

Eine statische Website kennt diesen Zyklus nicht. Die generierten Dateien bleiben so lange korrekt, bis sich der Inhalt ändert. Es gibt schlicht nichts, was auf dem Server veralten könnte. Dazu kommen angenehme Nebeneffekte:

  • Geschwindigkeit: Fertige HTML-Dateien werden ohne Rendering-Aufwand ausgeliefert und lassen sich perfekt cachen – spürbar bei jedem Seitenaufruf und gut für die Suchmaschinen-Platzierung.
  • Zuverlässigkeit: Kein Datenbankausfall, keine „Error establishing a database connection“-Seite. Statische Dateien ausliefern kann fast nichts erschüttern.
  • Datenschutz: Ohne CMS werden keine Cookies benötigt. Unsere Website kommt komplett ohne Cookie-Banner aus – alle Ressourcen (Schriften, Bilder, Skripte) werden von unserer eigenen Domain geladen.
  • Versionierung: Inhalte liegen als Textdateien in der Versionsverwaltung. Jede Änderung ist nachvollziehbar und mit einem Kommando rückgängig zu machen.

Für wen lohnt sich das?

Ganz klar: nicht jede Website sollte statisch sein. Ein Online-Shop oder ein Portal mit Benutzerkonten braucht dynamische Logik. Aber ein sehr großer Teil aller Unternehmens-Websites sind faktisch Visitenkarten-Websites: Leistungen, Referenzen, Kontakt, Impressum – Inhalte, die sich ein paar Mal im Jahr ändern.

Genau dort ist ein vollwertiges CMS überdimensioniert. Man bezahlt die Flexibilität eines Redaktionssystems mit permanentem Wartungs- und Sicherheitsaufwand, nutzt sie aber kaum. Eine statische Website liefert dasselbe Ergebnis für die Besucher – schneller, sicherer und günstiger im Betrieb.

Unser Fazit

Die Umstellung von WordPress auf Gatsby hat unsere Website spürbar schneller gemacht, die Angriffsfläche drastisch reduziert und den Pflegeaufwand fast auf null gesenkt. Inhalte ändern wir künftig in einfachen Textdateien; der Rest ist ein automatischer Build.

Sie betreiben selbst noch ein CMS für eine Website, die sich selten ändert? Wir beraten Sie gerne bei der Umstellung – von der Analyse über die Migration der Inhalte bis zum automatisierten Deployment.

Foto von Markus Winkler auf Unsplash

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